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13. März 2012, 20:30 Uhr Porgy & Bess, Wien

Die slowenische Band Y stellte im Wiener Porgy&Bess ihr Album Blessing Alarm vor und begeisterte vom ersten Akkord an. Die drei jungen Musiker Andrej Glazar, Marko Borko und Bojan Varga verstehen es gekonnt, die Zuhörer nur durch ihre Instrumente, ohne jeglichen Gesang, für sich einzunehmen. War das Publikum anfangs noch etwas verhalten, so wurde der Applaus von Musikstück zu Musikstück immer lauter, und man war fast versucht, nach einer Zugabe zu rufen. Für einige Momente war das gediegene Ambiente des Porgy&Bess vergessen, und man hatte den Eindruck, sich in einem richtigen Rockclub zu befinden, womit der Beweis, dass Y jede Lokalität bespielen können und sollen, zweifellos gegeben ist. Im Anschluss gaben broken.heart.collector um die slowenische Sängerin Maja Osojnik ihr Können zum Besten. Mit einer Mischung aus Avantgarde und Mainstream versuchte die Gruppe die Frage „Was gibt ein Instrument alles her?“ zu beantworten und scheiterte nicht daran. Was auf den ersten Blick bzw. das erste Hinhören wie planloses Eindreschen auf die Instrumente wirken mag, entpuppt sich bereits nach den ersten Takten als das, was es ist: gute, kompromisslose Musik. Maja Osojnik harmoniert mit ihrer unverwechselbaren Stimme mit ihren Musikern und beschreitet den schmalen Grat zwischen ernstzunehmender Frontfrau und Rockgöre erfolgreich, ohne dabei je lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. broken.heart.collector machen hörenswerte Musik von hoher Qualität, die zwischenzeitlich auch etwas überfordern kann – im besten Sinne des Wortes.