15. Mai 2019, 19:00 Uhr »Liebe, Abschied, Existenz« mit Pavle Goranović, Tzveta Sofronieva und Anja Golob
  • DICHTERLOH 2019 / Lyrikfestival / 13.–27.5.
  • Lesungen und Gespräche / Autorenprojekt
  • Konzept und Moderation; Texte: MICHAEL HAMMERSCHMID
  • »Liebe, Abschied, Existenz« 
  • PAVLE GORANOVIĆ (Montenegro) zweisprachige Lesung aus Die schwindende Stadt (montenegrinisch – deutsch, übersetzt von Jelena Dabić; Edition Korrespondenzen, 2019) *TZVETA SOFRONIEVA (Deutschland) Landschaften, Ufer (Edition Lyrik Kabinett München bei Hanser, 2013)
  • ANJA GOLOB (Slowenien) Anweisungen zum Atmen (aus dem Slowenischen von Urška P. Černe und Uljana Wolf; Edition Korrespondenzen, 2018)

Der zweite Lesungsabend von "Dichterloh" knüpft eng an den ersten an, indem auch in den Gedichten von Pavle Goranović, Tzveta Sofronieva und Anja Golob existenzielle Fragen um Abschied und Liebe eine wesentliche Rolle spielen. In Pavle Goranovićs Gedichten wirkt eine Art Sehnsucht nach Illusionslosigkeit, Anonymität und Anfang. Tastend erkunden sie im Kontext europäischer Dichtung und Kultur das Ich und seine Begrenztheit. Auch Tzveta Sofronievas Dichtung berichtet über die Zwischenräume und Rückseiten von Kultur und Literatur. Sie aktiviert dafür auch das Erzählerische der Poesie und nützt dazu nicht zuletzt Mythologie und den Klang- und Bedeutungsreichtum verschiedener Sprachen. Anja Golobs Gedichte wiederum steuern genauso unbeirrt wie verstörend heiter auf den Nullpunkt von Liebe und Existenz zu und lassen die Gedichte gleichsam mit Leben antworten.

Pavle Goranović, *1973 in Nikšić, studierte Philosophie, publiziert Gedichte und Prosa, schreibt Literaturkritiken. Gedichtbände: Ornamentika noći (dt. »Ornamentik der Nacht«, 1994); Čitanje tišine (dt. »Die Stille lesen«, 1997); Knjiga privida (dt. »Das Buch der Trugbilder«, 2002); Kako mirišu knjige (dt. »Wie Bücher riechen«, 2008); Cinober (dt. »Zinnober«, 2009); Grad punog mjeseca (dt. »Vollmondstadt«, 2014); Imena čežnje (dt. »Der Name der Sehnsucht«, 2015).

Tzveta Sofronieva, *1963 in Sofia; Physikerin und Wissenschaftshistorikerin; lebt und arbeitet als Dichterin, Essayistin, Herausgeberin, Dozentin und Übersetzerin in Berlin; schreibt auf Deutsch, Englisch und Bulgarisch. Gedichtbände (Auswahl): Chicago Blues (1992); Eine Hand voll Wasser (2008, erweitert und mit englischer Übersetzung 2012); Anthroposzene (mehrsprachig, 2017). Прегърнати от мълата (dt. »Vom Nebel umarmt«, 2018).

Anja Golob, *1976 in Slovenj Gradec. Studium der Philosophie und Komparatistik in Ljubljana, langjährige Tätigkeit als Theaterkritikerin und Kolumnistin; Mitbegründerin und Herausgeberin des Verlags VigeVageKnjige, lebt als Dichterin, Übersetzerin und Publizistin in Ljubljana. Auf Deutsch erschienen die Gedichtbände: ab und zu neigungen (2015); Taubentext, Vogeltext (mit Nikolai Vogel, 2018).

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