3. Juli bis 22. August 2020 Galerie Sechzig, Ardetzenbergstraße 60, 6800 Feldkirch

Uroš Weinberger: Projectories

urosweinberger.com

Mundschutz, Drohnen, Überwachung, Medienflut und Fakenews, polizeiliche Gewalt, all das sind Ereignisse und Schlagzeilen der letzten Wochen. Sie sind nicht nur Schlagzeilen der letzten Wochen, sondern auch schon lange Bildvokabular von Uros Weinbergers Bildsprache. Blickt man auf die erste Hälfte dieses Jahres zurück, könnte man meinen einen schlechten Traum zu durchleben. Einen Traum, von dem wir hoffen, bald aufzuwachen.

Zuerst war es die Corona Krise, die uns erschütterte, Nun stellt sich die Frage, what happens next? Wer weiß, vielleicht geben uns Uros Weinbergers Gemälde Auskunft darüber. Seine teilweise dystopisch, Science-Fiction anmutenden Werke könnten als warnend gar mahnend interpretiert werden. Was für uns vor wenigen Monaten zur „neuen Realität“ wurde, exis-tiert in Weinbergers Gemälde schon lange. Manche szenischen Darstellungen seiner Werke, die bis vor kurzem als unheilverkündend definiert wurden, haben sich vom einen auf den anderen Tag, von heute auf morgen, überspitzt gesagt zu einem möglichen Spiegel der Ge-sellschaft und einem Abbild der Realität verwandelt. So beispielsweise das Werk „See“ aus dem Jahr 2014.

In Anbetracht der globalen Anspannungen und Instabilität wie beispielsweise den unzähli-gen Demonstrationen, der Corona-Krise und den damit zusammenhängenden Entwicklungen beziehungsweise Maßnahmen oder der in Bezug auf den Datenschutz fragwürdige Einsatz von Drohnen, welche in manchen Ländern unter anderem zur Überwachung der Quarantäne oder auch zur großflächigen Desinfektion im öffentlich Raum genutzt wurden und schlei-chend immer mehr integrierter Bestandteil unseren Gesellschaft zu werden scheinen, sind Weinbergers Werke, die teilweise schon lange vor diesen Ereignissen entstanden sind, the-matisch höchst aktuell. Durch die konstante Reizüberflutung von Bildinhalten, welche anhand von Print- und Digita-len Medien, zusammengefasst den Massenmedien, transferiert werden, können beim Be-trachten seiner Werke klare bildhafte Assoziationen, verknüpft mit gegenwärtigen Ereignis-sen, evoziert werden.

Seine in der Vergangenheit geschaffenen Werke treten in einen sehr spannenden Dialog, sowohl mit der Gegenwart als auch mit der Zukunft.

Calvin Mechora, Kurator, Leiter derGalerie Sechzig und Waldhaus Contemporary


Foto: Uroš Weinberger, Holiday Inn, 2020, olje in akril na platnu - oil and acrylic on canvas, 150,5 x 190 cm

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